Auch bei einem Volksfest: Zeichen setzen gegen Aufrüstung und Sozialabbau

Der Kasseler „Zissel“ ist das größte Volksfest in Nordhessen und hat dieses Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Höhepunkt ist der Wasserumzug auf der Fulda mit vielen Tausenden Zuschauer/-innen auf beiden Uferseiten.

Diese Gelegenheit wollte sich das Kasseler Friedensbündnis nicht entgehen lassen, um sich mit einem selbst gestalteten Motivboot unter dem Motto „Kassel schmiss de Panzer russ – liewer sin uns Bahn und Bus!“ zu beteiligen.

Kassel hat eine lange Tradition als Rüstungsstandort: Deshalb war es im Zweiten Weltkrieg wiederholt Zielscheibe schwerer Bombenangriffen der Alliierten und wurde zum großem Teil zerstört – mit Zehntausenden Todesopfern.

Heute ist Kassel mit den Panzerbauern Rheinmetall und KDNS erneut ein Schwerpunkt der Rüstungsindustrie, die sich in jüngster Zeit weiter ausdehnt, bis hinein in Wohngebiete. Die Stadtkasse profitiert von deren wachsenden Gewerbesteuerzahlungen; die Arbeitsplätze sind gut bezahlt und begehrt, insbesondere angesichts des Stellenabbaus in der ansässigen Automobilindustrie.